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House of Hope: „Und ich liebe dich so, wie du bist.“


Vom Montag, 26. September 2011

House of Hope: „Und ich liebe dich so, wie du bist.“

Interview mit Jeanette Kühn, Teil 2

(hk) „Jedes Kind, dem wir zusammen helfen konnten, wird sich an das Gefühl der Geborgenheit und Freude erinnern und später ebenfalls denen helfen, die Hilfe brauchen. Lassen Sie uns diesen Kreislauf immer am Leben halten und für eine Gemeinschaft der Herzen sorgen.“

 

Jeanette Kühn belässt es nicht bei diesen Worten, vielmehr ist die Gründerin und 1. Vorsitzende des Vereins House of Hope e. V. der Garant dafür, dass dem Versprechen auch viele Taten folgen – zum Glück und zur Freude vieler Kinder und Familien in Not.

 

Nach aktuellen Projekten und transparenten Spendenflüssen, unterhielten wir uns im 2. Teil des Interviews mit Jeanette Kühn über Ziele und Möglichkeiten zu helfen:

 

Liebe Frau Kühn, wer nicht nur spenden, sondern auch ganz persönlich helfen will, muss was tun?

 

Vorab: Unsere Hauptaufgabe liegt im Sammeln von Geldspenden. Und die Heimkinder hier in Deutschland dürfen nur von ausgebildeten Fachkräften betreut werden, da sie zum Teil sehr traumatische Erfahrungen in ihren Familien hinter sich haben.

 

Man kann aber im Kinderheim gelegentlich helfen, den Spielplatz oder die Blumenbeete zu verschönern. In Thailand im Aids-Waisendorf wäre es möglich, die Kinder für einen gewissen Zeitraum z. B. beim Englischlernen zu unterstützen, ihnen Tanz- oder Musikunterricht zu geben. Allerdings müsste dies ehrenamtlich und auf eigene Kosten geschehen.

 

Aber finanzielle Unterstützung ist wichtiger?

 

Wenn Sie sich vorstellen, dass z. B. hier im Kinderheim in München nur ein Budget für die tägliche Ernährung eines Kindes in Höhe von 4,23 Euro zur Verfügung steht und eine einmalige Zahlung von 770 Euro jährlich pro Kind für alle anderen Belange, dann wird schon deutlich, dass die finanzielle Unterstützung sehr wichtig ist.

 

Im Ausland verdienen die Eltern (Beispiel Sri Lanka) nur etwa 60 bis 80 Euro pro Monat und müssen davon eine 4- bis 6-köpfige Familie ernähren, eine Wohnung bezahlen, Kleidung, Ausbildung etc.. Auch da ist eine finanzielle Unterstützung absolut erforderlich – insbesondere, wenn eine schwere Krankheit plötzlich OP-Kosten für das Kind in Höhe von 5000 bis 10.000 Euro nötig macht. Das könnten die Eltern niemals bezahlen und müssten ihrem Kind vielleicht beim langsamen Sterben zuschauen. Hilflos.

 

Es gibt noch so viel zu tun. Was sind die nächsten Ziele von House of Hope?

 

Natürlich möchten wir die jetzt laufenden Projekte in Deutschland, Sri Lanka, Thailand und Myanmar langfristig finanzieren.

 

Aktuell große Aufgaben sind: Im Kinderheim in Aying, im Aids-Waisendorf in Thailand und im Peace Children Home in Myanmar muss dringend neu gebaut werden. Das bedeutet große Investitionen und dafür brauchen wir die tatkräftige Unterstützung vieler Geldspender. Es werden immer mehr Kinder, die untergebracht werden müssen, weil sie in ihren Familien nicht sicher aufwachsen können. Oder weil während der Regenzeit die Bambushütte nicht ausreichend Schutz bietet und viele Krankheiten entstehen.

 

Oder die Kinder werden zu Jugendlichen und brauchen eine zukunftsorientierte Unterbringung, um vielleicht selbst eine Familie zu gründen und Arbeit zu finden für ein selbstständiges Leben.

 

Die Zukunft der Kinder und Jugendlichen liegt Ihnen besonders am Herzen?

 

Genau! Zusammen mit unseren Spendern wollen wir neben den Hausbau-Projekten ganz verstärkt auf die Entwicklung dieser jungen Menschen einwirken, damit sie stark und selbstbewusst den vielleicht holprigen Start ins Leben meistern und sich eine eigene Zukunft gestalten können.

 

Das heißt, wir finanzieren erforderlich Therapien, unterstützen beim Schulabschluss und helfen bei der Berufswahl. Aber wir wollen den Kindern beim Heranwachsen auch die Dinge ermöglichen, die für Kinder in stabilen Familien zum Alltag gehören: Ausreichendes Essen und Kleidung, Spielen und Spaß, bei Klassenfahrten dabei sein zu dürfen, mal in den Ferien verreisen und neue Orte und Menschen kennenlernen, Besuch von Kino, Konzert und Theater.

 

Lernen, sich außerhalb des Heims zu bewegen und sicher zu werden. Freunde zu finden, Wärme und Nähe zu erleben, gemeinsam kochen oder Plätzchen backen.... und vieles mehr. Es ist wichtig, diesen Kindern zu zeigen: „Ich sehe Dich und ich weiß wie Du Dich fühlst. Und ich liebe Dich so, wie Du bist. Und wenn DU es willst, dann bin ich da und helfe Dir.“

 

Die Kinder von heute gestalten unsere Zukunft von morgen. Und je nachdem, was sie in diesen prägenden Zeit erfahren, so agieren sie künftig. Unsere Philosophie ist, je mehr wir den Kindern und Jugendlichen unsere Aufmerksamkeit schenken und Ihnen signalisieren „Du bist einzigartig und völlig okay“ – umso mehr werden sie dieses Erlebte in ihrem Leben umsetzen.

 

Und wer von uns möchte nicht einfach nur geliebt werden, so wie er ist? Dann ist sofort Frieden im Herzen, Ruhe, Freude – und das Gemeinsame wird ganz deutlich.

 

Sehr geehrte Frau Kühn vielen Dank für das Gespräch.

 

Teil 1 des Interviews >>


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